Industriekaufleute

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Stundentafel (Einzeltagesunterricht)

UnterrichtsfächerJgst. 10 Jgst. 11 Jgst. 12
Summe13139
Allgemeine Wirtschaftslehre111
Kaufmännische Steuerung und Kontrolle33
Betriebswirtschaftliche Geschäftsprozesse552
Berufsbezogene Projektarbeit2
Englisch111
Religionslehre111
Deutsch111
Sozialkunde11 1

Seit 1. August 2002 gilt für Ausbildungsverträge zum Industriekaufmann/zur Industriekauffrau eine grundlegend überarbeitete neue Ausbildungsordnung. Kernpunkt der Neuordnung ist die Ausrichtung der Ausbildung an Geschäftsprozessen. Leitbild ist der kundenorientierte Sachbearbeiter, der team-, prozess- und projektorientiert unter Verwendung aktueller Informations- und Kommunikationstechniken sowie moderner Medien an der Erstellung kundengerechter Problemlösungen arbeitet.

Völlig neu ist die Schwerpunktbildung am Ende der Ausbildung durch so genannte „Einsatzgebiete“. In ihrem letzten Ausbildungsjahr werden die Auszubildenden in einem bestimmten Fachgebiet des Unternehmens eingesetzt. Hier sollen sie bereits Fachaufgaben übernehmen und dabei die bisher erworbenen Qualifikationen durch die selbstständige Verknüpfung von Teilprozessen vertiefen und erweitern. Das Einsatzgebiet wird vom Unternehmen festgelegt und ist Bestandteil der praktischen Abschlussprüfung.

Der Berufsschulunterricht basiert auf lernfeldstrukturierten Rahmenlehrplänen, die sich an den betrieblichen Geschäfts- bzw. Wertschöpfungsprozessen orientieren. Aus betrieblichen Handlungsfeldern sollen didaktisch begründete und schulisch aufbereitete Lernfelder abgeleitet werden. Dies bedeutet eine verstärkte Ausrichtung des Unterrichts am Ziel der beruflichen Handlungskompetenz. 

Kurzbeschreibung des Ausbildungsberufes „Industriekaufmann/Industriekauffrau“

1.  Schulische Vorbildung

  • Formal ist der Haupt-/Mittelschulabschluss ausreichend.
  • Die Ausbildungsbetriebe setzen jedoch überwiegend einen mittleren Bildungsabschluss voraus.

2.  Ausbildungsdauer

  • In der Regel 3 Jahre
  • Bei mittlerer Reife oder Abitur ist eine Verkürzung auf 2 ½ bzw. 2 Jahre möglich.

3.  Anforderungsprofil

Die Aufgabenstellungen der Industriekaufleute erfordern heute in ihren Arbeitsfeldern ein geschäftsprozessorientiertes Handeln. Während der gesamten Ausbildung werden deshalb in Verbindung mit den Fachqualifikationen auch arbeitsfeldübergreifende Qualifikationen vermittelt. Dazu gehören auch die Anwendung von Informations- und Telekommunikationssystemen, Fremdsprachen sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Innovation.

In allen Einsatzgebieten sollen über Fachaufgaben die bis dahin erworbenen Qualifikationen durch die selbstständige Verknüpfung von Teilprozessen vertieft und erweitert werden.

4.  Betriebliche Tätigkeitsfelder 

Industriekaufleute sind in Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen tätig. Ihr kaufmännisch-betriebswirtschaftliches Aufgabenfeld erstreckt sich über alle Funktionen eines Unternehmens. Sie unterstützen sämtliche Unternehmensprozesse aus betriebswirtschaftlicher Sicht von der Auftragsanbahnung bis zum Kundenservice nach Auftragsrealisierung. Sie können dabei sowohl in den kaufmännischen Kernfunktionen Marketing und Absatz, Beschaffung und Bevorratung, Leistungsabrechnung und Personal als auch in der Verbindung zu anderen Fachabteilungen, in kommerziellen Bereichen und Projekten tätig sein.

Einsatzgebiete sind darüber hinaus z. B. Außendienst, Export, Logistik, Product Management, Investitionsplanung und -management, Controlling, E-Commerce, Supply Chain Management, Franchising, IT-Bereich, Entwicklung und Organisation.

5.  Ausbildungsschwerpunkte

  • Arbeitsprozesse planen und organisieren
  • Produktionsmittel einkaufen und diese für die Leistungserstellung disponieren
  • Prozess der Auftragserledigung unterstützen
  • Geschäftsvorgänge des Rechnungswesens bearbeiten
  • Kalkulation und Preisermittlung durchführen
  • Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens verkaufen
  • Kunden beraten und betreuen
  • Kennzahlen und Statistiken für die Erfolgskontrolle und zur Steuerung betrieblicher Prozesse auswerten