Berufsintegrationsklasse

Berufsintegrationsklasse

Organisatorisches

Nachdem es im Vorjahr noch 7 Berufsintegrationsklassen gab, verringerte sich ihre Anzahl im Schuljahr 2017/18 auf 6 Klassen.
Die Schülerinnen und Schüler besuchen in einer Klasse die Vorklasse (BIKV), in drei Klassen werden sie als Berufsintegrationsklasse (BIK) unterrichtet. Davon schließen 2 Klassen mit mindestens B1-Niveau im Februar 2018 ab. Die verbleibende Klasse beendet ihre Schulzeit im Juli 2018.
Unsere 2 Sprachintensivklassen (SIK) aus der Erstaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Alfred-Delp-Kaserne befinden sich aus Platzgründen an der gegenüberliegenden Hans-Leipelt-Schule, der Staatlichen Fachoberschule.

Finanzierung „Deutschtest für Zuwanderer“ (DTZ) und Test „Leben in Deutschland“ (LID)

Erstmalig können Jugendliche nach Abschluss unserer BIK-Klassen einen Berechtigungsschein zur kostenlosen Teilnahme an der B1-Prüfung und dem Test LID erhalten, ohne einen Integrationskurs besucht zu haben.
Das BAMF übernimmt die Prüfungskosten, vorausgesetzt die Schüler haben eine Aufenthaltserlaubnis oder kommen aus den Ländern mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit (Syrien, Irak, Iran, Somalia und Eritrea ).
Somit kann sich auch die Einbürgerungsfrist verkürzen.

SIK – Sprachintensivklassen

Im September/Oktober 2016 starteten die beiden Sprachintensivklassen SIKEA 1 und 2 in Zusammenarbeit mit BIB (Bildung, Integration und Beruf) Augsburg gGmbH, der Asylsozialberatung des Diakonischen Werks Donau-Ries e.V. und der Malteser Betreuung Donauwörth.
Die 16- bis 21-jährigen Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung in Donauwörth können nach drei Monaten Aufenthalt die Sprachintensivklassen für maximal 12 Wochen besuchen, bis sie die Erstaufnahmeeinrichtung verlassen. Die Klassen zeichnen sich aufgrund der individuellen Ein- und Austrittszeitpunkte der SchülerInnen durch eine ständig fluktuierende Schülerzahl und eine große Heterogenität in den Klassen aus.
Im Mittelpunkt der Maßnahme steht der Deutschunterricht. Die Schüler lernen dabei, sich im Alltag sowohl im Gespräch als auch schriftlich verständigen zu können. Auch Lernmethoden, landeskundliche Inhalte und Schlüsselkompetenzen werden vermittelt. Der Unterricht wird sehr individuell und mithilfe vielfältiger Methoden durchgeführt, um jedem Schüler mit seinem aktuellen Wissensstand gerecht zu werden. Scaffoldings nach allen Richtungen sowie tägliche sozialpädagogische Betreuung ermöglichen ein kurzweiliges und handlungsorientiertes Unterrichten.
Begleitet wird der Deutschunterricht durch verschiedene Projekte. So gab es etwa eine Wanderung am herbstlichen Ufer der Wörnitz entlang und gemeinsam gestaltete Feiern, etwa zur Advents- oder Osterzeit. Einmal pro Woche können die Schüler in der Küche der Berufsschule ihre Kochkünste erproben. Das Thema hat man in der Regel als Lernsituation fächerübergreifend und sprachsensibel über mehrere Stunden vorbereitet und der Wortschatz ist eingeübt.
Bisher wurden die Klassen von insgesamt 153 Jugendlichen aus Afghanistan, Pakistan, Eritrea, Äthiopien und der Türkei besucht.

Kolpingakademie in Kooperation

Die BIK-Klassen werden pädagogisch von der Kolping Akademie in Donauwörth betreut. Die Pädagogen bieten eine tägliche feste Sprechstundenzeit an der Schule an sowie individuelle Beratungen. Neben der Abwicklung der „Fahrtkosten“ und BUT(Bildung und Teilhabe)-Anträge werden vom Bildungsträger auch die Bücher gekauft und ausgehändigt.
Im weiteren Verlauf des Schuljahres gehören ebenso die Berufsorientierung in Form von verschiedenen Praktika, der Besuch im Berufsinformationszentrum, das Erstellen von Bewerbungsunterlagen, die Kontaktauf-nahme mit der Agentur für Arbeit und Gespräche mit Berufsberatern sowie der IHK inklusive Einzelge-spräche zu ihrer Aufgabe.
Die Jugendlichen erhalten dadurch gute Möglichkeiten, Ausbildungsstellen zu bekommen.

Schulleben und Projekte

Grenzebach hilft

Das Sozialprojekt von 2015/16 ging im September zu Ende. Der finanzielle Abschluss des Projektes zeigte einen Überschuss, den Grenzebach auf den vollen Hunderter aufrundete. So kam der stattliche Betrag von 1.100 € zusammen, der an die Berufsschule zur Unterstützung ihrer Integrationsklassen übergeben werden konnte. Projektleiterin Selina Böse und Aus-bildungsleiter Michael Wolf bedankten sich bei Herrn Schiffelholz und Frau Leberle für die Unterstützung und wünschten den Jugendlichen alles Gute.Der Schulleiter freute sich über die finanzielle Unterstützung. „Wir werden das Geld im Sinne der Spender verwenden. Darüber hinaus waren für uns die gemeinsamen Projekte mit unseren Schülern besonders wertvoll. Das Sozialprojekt „Grenzebach hilft“ ist etwas ganz Besonderes. Die Firma und die Auszubildenden verdienen unser höchstes Lob,“ erklärte er abschließend.

Intensive Berufsberatung

Bereits im Oktober 2016 begann Herr Weißenhorn von der HWK verschiedene Handwerksberufe mit den jeweiligen Verdienstmöglichkeiten vor-zustellen. Dazu erläuterte er die unterschiedlichen Anforderungen wie auch Arten der Nachhilfe. Im laufenden Schuljahr fanden ebenfalls beratende Einzelgespräche mit Herrn Heckl von der Agentur für Arbeit statt. Die SchülerInnen konnten sich also neben der Ableistung von Praktika nochmals individuell genauer informieren . Nachdem die Schulleitung in der Halbjahreskonferenz an die Fachlehrkräfte appelliert hatte, die Berufe in unserer Schule „hautnah“ vorzustellen, starteten verschiedene Lehrkräfte diverse Projekte. So kamen Herr Trescher und Herr Huber-Mönch mit ihrer Klasse 10b in den Unterricht und stellten die Berufe „Fachkraft für Lagerlogistik“ und „Fachlagerist“ in unseren BIK2a/b vor. Anhand von Power-Point-Präsenta-tionen veranschaulichten die Zehntklässler ihre Aufgaben in den Betrieben. Ein ehemaliger BIK-Schüler, Abdilraham Hussein Hassan, der gerade Auszubildender ist, stellte sich einem Interview und gab unseren Jugendlichen Tipps und Motivation für das stetige Lernen neuer Wörter. Die Metallberufe wurden von Herrn Schröttle in der Werkstatt erläutert. Er ließ die SchülerInnen gleich Hand anlegen und ein Werkstück feilen. Die Auszubildenden halfen den Flüchtlingen bei der Umsetzung. Sprachliche Barrieren und Vorurteile fielen von ganz alleine.

Ausstellung zum Mauerfall

Die Ausstellung fand am Jahrestag des Mauerfalls in der FOS/BOS statt. Die Besonderheit des Projekts lag darin, dass alle Wörter auf den Plakaten auf arabisch übersetzt waren. Der Inhalt der Plakate beschäftigte sich mit der Zeit der friedlichen Revolution des Jahres 1989 und reichte bis in die Gegenwart. Ziel war es, den Flüchtlingen einen Einblick in die jüngere Geschichte der BRD zu geben. Da die Ausstellung in der Muttersprache vieler Zuwanderer verfasst war, sollte dies das „Vertrautwerden“ mit der deutschen Geschichte und somit die Integration erleichtern. Bei der Auftaktveranstaltung durften die BIK-Schüler den BIJ-Schülern die einzelnen Schautafeln und Plakate vorstellen. Frau Maciejewski und Frau Huber-Doskoch hatten die Texte mit den Schülern zuvor sorgfältig aufbereitet.

Gestalten von Weihnachtskarten

Unter Anleitung von Frau Leberle sollten die Schüler aus weißen Pergamentkarten mit verschiedenen Stiften weihnachtliche Karten gestalten. Nach dem Aufstellen bestimmter Regeln war es Aufgabe, den vorgegebenen Grundriss eines Christbaumes durch verschiedene Formen und Strukturen zu gestalten. Entwurfsskizzen auf weißem Papier machten das Vorgehen sehr schnell klar. Den meisten Schülern gelang es dann auf der Originalkarte in hervorragender Weise, das Thema umzusetzen. Dazu diskutierte man in Gruppen unter Vorgabe bestimmter Gestaltungsrichtlinien und die Ergebnisse wurden objektiv beurteilt. Diese Karten wurden zum Verschicken an andere Schulen verwendet.

Lesung mit Leonhard Thoma

„Lesen gefährdet die Dummheit, das Zuhören und Mitmachen beim Vorlesen regt zum Nachdenken an und weckt Lust auf mehr“. Das Letztere brachte S. Huber-Doskoch auf die Idee einen besonderen Gast in unsere Integrationsklassen einzuladen. Leonhard Thoma ist u.a. ein Jugendbuchautor, der sich auf die Lektüre für Deutschlerner auf verschiedenen Niveaustufen spezialisiert hat und mit seinen Lesungen in vielen Ländern unterwegs ist. Diese Lesungen gestaltet Herr Thoma interaktiv, d.h. die Schüler werden involviert und dazu angeregt, eigene Ideen und Vermutungen zu äußern sowie aktiv mitzumachen. Das Stück „Der Stromausfall“, das der Autor zunächst in den BIK-Klassen 2a und 2b und anschließend in den BIK 2c/d präsentierte, handelt von einer Familie, die plötzlich ohne Strom auf sich gestellt ist und zwangsläufig kommunizieren muss. Schnell wird allen klar, dass es gar nicht so schlecht ist, Zeit miteinander zu verbringen. Das Vorlesen unterstützte Leonhard Thoma auch schauspielerisch, indem er Gestik und Mimik, wechselnde Intonation und Stimmlage bewusst und gekonnt einsetzte, was den Schülern besonders imponierte. Herr Thoma erhielt sehr viel positives Feedback seitens der Schüler und der Lehrkräfte.

Zahnreinigung / Prophylaxe

Unter der organisatorischen Leitung von Frau Hoffman konnten die zahnmedizinischen Fachangestellten das Gesundheitsbewusstsein der Schüler unserer BIK2c/d-Klassen wecken. An Modellen wurden Zahnstellung, Zahnschäden, Füllungen, Zahnersatz usw. sprachsensibel erläutert. Hinweise zum richtigen Reinigen der Zähne schlossen diese informative Veranstaltung ab.

Fahrt zum Deutschen Museum

Ein weiteres High-light stellte die Fahrt zum Deutschen Museum in München dar. Projektthema war die Energiewende - ein aktuelles und akutes Thema unserer Zeit. Nach intensiver Organisation und Abklärung der Kostenübernahme durch Frau Leberle konnten Lehrkräfte und Schüler mit zwei Bussen nach München fahren. Anhand eines Aufgaben- und Fragenkataloges sollten sich die Schüler bei den Sonderausstellungen über das vorgegebene Thema informieren. Die Deutschlehrkräfte hatten die Schüler auf den Museumsbesuch vorbereitet und diskutierten die Ergebnisse auch nach der Fahrt mit ihnen. Da die wenigsten Schüler vorher in einem Museum waren, fanden sie dieses Projekt sehr interessant.

Check.work

Die Bayerische IHK entwickelte ein neues Programm, einen sog. Kompetenzcheck. Er soll als Berufseignungstest künftig die Integration von Flüchtlingen in den bayerischen Arbeitsmarkt erleichtern. Dieser Online-Test besteht aus zwei Modulen. Das erste Modul richtet sich an Personen mit Berufserfahrung, das zweite Modul spricht Jugendliche ohne Berufsausbildung an. Die Module werden in fünf Sprachen angeboten. Am Ende des Tests erstellt das Programm automatisch ein Tätigkeitsprofil. Es listet auf, in welchen der ausgewählten Bereiche wie viele Fachfragen richtig beantwortet worden sind. Auch unsere Schule wird diesen Kompetenzcheck mit der zur Verfügung gestellten Lizenz testen.