Integration und Migration – Erfahrungen aus erster Hand

Der Vortrag und die Wanderausstellung „Deutsche aus Russland – Geschichte und Gegenwart“ ist für drei Tage zu Gast an der Ludwig-Bölkow-Schule. Unter der Leitung von Jakob Fischer (Nördlingen) gastiert die Ausstellung von Mittwoch, 10. April bis Freitag, 12. April 2019 an der Staatlichen Berufsschule im Staufer Park.

Kern der Ausstellung ist ein 80-minütiger multimedialer Vortrag. Herr Fischer nutzt für seinen anschaulichen und authentischen Vortrag die Ausstellung selbst, verschiedene Landkarten, Folien, Originaldokumente und ausgewählte Videos. Zum Abschluss singt er gemeinsam mit den Schülern bekannte Volkslieder von Goethe bis Heine. Der Vortrag findet am Tag viermal statt. Es nehmen pro Vortrag jeweils ca. 50 Schüler*innen mit ihren Lehrkräften teil. Fast 500 Schülerinnen und Schüler haben in den drei Tagen Gelegenheit sich zu informieren, zu fragen und zu diskutieren.

Schulleiter OStD Peter J. Hoffmann wies in seiner Begrüßung auf die Aktualität der Themen Migration und Integration hin. Ziel der Schule ist es, den Schülern eine Informationsgrundlage zu bieten und das Problembewusstsein zu schärfen. Das Thema Migration ist nicht neu, sondern wir haben damit schon viel Erfahrung und tägliche Kontakte. Herr Hoffmann bedankte sich für das große Engagement, welches Jakob Fischer seit Jahren bei diesem Thema zeigt, aber auch dafür, dass die Wanderausstellung an der Staatlichen Berufsschule gastiert. Letztmals 2014 und 2011.

Der Stellvertretende Landrat Reinhold Bittner überbrachte die Grüße des terminlich verhinderten Landrates Stefan Rössle und betonte ebenfalls die Wichtigkeit der Thematik, gerade auch für den Landkreis Donau-Ries. Er verwies auf die vielfältigen Anstrengungen des Landkreises um Migration und Integration zu fördern.

Die Wanderausstellung beschreibt die Zeit von 1763, als die damalige Zarin Katharina II deutsche Siedler ins damalige Zarenreich rief und diese mit zahlreichen Privilegien ausgestattet, weite Landstriche urbar machten. Über 100 Jahre genossen die Russlanddeutschen eine große wirtschaftliche und kulturelle Autonomie und konnten ihre Sitten, Gebräuche und ihre Sprache im Zarenreich beibehalten. Ab 1870 begann dann ein Leidensweg, der während des 2. Weltkrieges mit der Zwangsdeportierung der Deutschen in der damaligen Sowjetunion nach Sibirien einen traurigen Höhepunkt erreichte. Mit den Moskauer Verträgen von 1970 wurden dann die Ausreiseformalitäten für „Deutsche in der Sowjetunion“ geregelt, welche zurück in die damalige Bundesrepublik wollten. Diese Aussiedlungswelle dauert bis heute an. Jakob Fischer verwies auf die Beispiele gelungener Integration, ein Musterbeispiel dafür ist die erfolgreiche Schlagersängerin Helene Fischer, welche als Kind mit ihrer Familie aus Russland nach Deutschland kam.

In seinem Schlusswort bedankte sich Jakob Fischer bei den Ehrengästen dafür, dass sie sich die Zeit für die Eröffnung der Wanderausstellung genommen haben und bei StD Dieter Langer für die organisatorische Vorbereitung und Begleitung. Das Projekt wird durch das Bundesministerium des Innern Berlin und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Nürnberg gefördert.

Das Bild zeigt von links nach rechts: Dekan Johannes Heidegger, Stellvertretender Landrat Reinhold Bittner, Ausstellungsleiter und Referent Jakob Fischer, Schulleiter OStD Peter Hoffmann, StD Dieter Langer, Fachbetreuer Sozialkunde und Deutsch

Foto: Robert Glashauser

Artikel: Peter J. Hoffmann