Kommunikation, Herz und Verstand

Susanne Reif von der Regierung von Schwaben und Landrat Stefan Rößle (rechts) bei der offiziellen Verabschiedung von Winfried Schiffelholz als Leiter der Berufsschule. Ihm folgt Peter J. Hoffmann (zweiter von rechts). Foto: Barbara Wild

Bildung Seit 223 Tagen hat die Berufsschule Donauwörth einen neuen Leiter. Nun erfolgte der offizielle Wechsel
VON BARBARA WILD

Donauwörth Eigentlich ist die Schlüsselübergabe an der Ludwig-Bölkow-Schule schon lange vollzogen. Bereits im Juli 2018 verabschiedete sich Winfried Schiffelholz nach elf Jahren als Schulleiter der Berufs- und Technikerschule aus dem Kollegenkreis. Ihm folgte Peter J. Hoffmann nach. Der gebürtige Franke ist seit exakt 223 Tagen der Chef von 81 Lehrkräften.

Doch nun hatte auch die Regierung von Schwaben zu einem offiziellen Festakt in die Aula geladen. Und alle waren gekommen: Lehrerkollegen, Vertreter aus der Politik, Partner der regionalen Wirtschaft, Freunde und Familie des neuen und alten Schulleiters. Die Lehrerband der Berufsschule Aichach begleitete die zweieinhalbstündige Veranstaltung musikalisch. „Ich wollte, dass es ein wenig rockt“, sagt Hoffmann. Das passt zu dem anpackenden Pädagogen, der sich vorgenommen hat, „das hier zu rocken“ – kurzum: Er hat viel vor. Der technische Fortschritt und die Vermittlung der digitalen Möglichkeiten an Lehrer und Schüler hat er in den ersten Monaten bereits zu seinem Steckenpferd erkoren. Lange Zeit arbeitete er an der Lehrerakademie in Dillingen, jetzt wollte er zurück zur Arbeit mit den Schülern. Diesen und auch seinen Kollegen will er mit „Eigenverantwortung und Teamarbeit“ den Weg zur besten Entwicklung freimachen. Dabei setzt er auf klare Kommunikation, Herz, Verstand und „eine Prise Humor und Glück“, fasst er es in seiner Antrittsrede zusammen.

Das Publikum spürt, wie sehr Hoffmann seine Aufgabe am Herzen liegt – er selbst zeigt Emotion, als er sich für die bisherige Unterstützung bei seiner Familie bedankt. Und dass es auch von Kollegenseite her passt, fasst Personalratsvorsitzender Thomas Trescher in typisch fränkischer Art zusammen: „Der Hoffmann, der passt scho.“

Susanne Reif, die Leiterin des Bereichs Schulen bei der Regierung von Schwaben, hatte zuvor Hoffmanns Verantwortungsbewusstsein und Loyalität hervorgehoben und sein Gespür für Menschen gelobt: „Sie verstehen es, geschickt zu verhandeln – der Landrat wird das noch merken.“ Reif spielt darauf an, dass der Landkreis als Sachaufwandsträger für die Finanzierung der Berufsschule zuständig ist und sicher mit einigen Forderungen konfrontiert wird.

Dass die Berufs- und Technikerschule so gut dasteht, ist laut Reif der „unglaublichen Beharrlichkeit und Hartnäckigkeit“ des bisherigen Schulleiters Winfried Schiffelholz zu verdanken. Er habe immer wieder für die Erweiterung der Schule gekämpft und dies erreicht: Das Schulprofil wurde ausgebaut, die Schülerzahl gesteigert. 2012 kam die Technikerschule hinzu und eine sogenannte Überlaufklasse. Seit 2015 bot die Berufsschule gezielt Ausbildung für Asylsuchende an und musste aufrüsten. „Sie haben es als begnadeter Netzwerker verstanden, ihre Schule voranzubringen, ohne die Kollegen zu überfordern“, sagt Reif. Das nötige Fingerspitzengefühl im Umgang miteinander sei ebenso vorhanden gewesen, wie das Engagement bis zum letzten Schultag. Landrat Stefan Rößle erinnert an die zahlreichen Investitionen und Umbauten an der Berufsschule. Neben der energetischen Sanierung wurde eine Mensa errichtet und das Dach instandgesetzt. Er betont die Relevanz der beruflichen Bildung. „Wir brauchen Fachkräfte – und zwar nicht nur Akademiker.“